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Geschichte

Unmittelbar nach der Gründung des POSOPA e.V. begannen wir damit, Bücher aus Ost-Berliner Bibliotheken, die vernichtet werden sollten, um Platz für die Literatur aus der Bundesrepublik zu schaffen, vor den Papiermühlen und Abfallhalden zu bewahren. Wir sammelten vor allem Titel zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, zu Soziologie, Pädagogik, Politik und Zeitgeschehen, Kultur- und Sozialgeschichte.

Andrea Lummert im Besprechungsraum in FürstenwaldeVon der Urania erwarben wir einen beträchtlichen Bestand und es gelang uns eine stattliche Sammlung von etwa 4000 (Auto-) Biographien zusammenzutragen. Hinzu kamen Zeitschriften und Bücher aus Privatbesitz, gespendet vor allem von den Gründungsmitgliedern des POSOPA e.V. Inzwischen umfasst die Bibliothek etwa 30.000 Bände, circa 600 Zeitschriftentitel und ein Forschungsarchiv von ungefähr 60 lfm.

Altes Gebäude in FürstenwaldeNeben den gängigen geschichts- und politikwissenschaftlichen, pädagogischen und soziologischen Fachzeitschriften beinhaltet der Zeitschriftenbestand auch einige „Schmankerl“ wie z.B. die vollständigen Jahrgänge des vom West-Berliner Landesjugendring herausgegebenen „Blickpunkt“, einer Jugendzeitschrift, die des öfteren politische Schlagzeilen machte und weit über das Jugendverbandsspektrum hinaus wirkte. Mithilfe zweier in ABM angestellter Bibliothekskräfte konnten rasch etwa 6000 Titel, vorwiegend der Teilbestand „Jugend“ der Bibliothek in einer elektronischen Datenbank verzeichnet werden.

Bisher produzierte der POSOPA e.V. fünf Bücher und sechs Ausgaben der Zeitschrift interventionen. Hätten wir bessere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden, wären es noch mehr geworden. Alle Publikationen waren „Zuschussgeschäfte“ und hätten ohne die Spenden der Mitglieder und ihr ehrenamtliches Engagement nicht produziert werden können.

Mitarbeiterinnen des Forschungsprojektes VölkerfreundschaftIm Auftrag des Bildungsministeriums des Landes Brandenburg führte der POSOPA e.V. 1992 bis 1994 das Forschungsprojekt „Lernziel ‚Völkerfreundschaft und Solidarität – DDR-spezifische Sozialisation und interkultureller Aufgeschlossenheit oder ritualisierte Form, Vorurteile zu konservieren“ durch. Unter der Leitung von Roland Gröschel untersuchten die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Frauke Bollow, Sonja Miltenberger, Eva Schäfer und Syvia Wolff sowie Felix Mühlberg (zeitweise) und die studentische Mitarbeiterin Angelika Lietzmann, welche interkulturellen Erfahrungen fünf DDR-Jugendgenerationen seit 1945 gemacht haben. Dafür interviewten sie zahlreiche (ehemalige) Mitglieder der FDJ und Mitwirkende in der evangelischen Jugendarbeit und führten Archivrecherchen durch.

Freundschaft. Die Volksbildung der DDR in ausgewählten Kapiteln. Band 3.Die Ergebnisse des Forschungsberichts wurden veröffentlicht in: Freundschaft. Die Volksbildung der DDR in ausgewählten Kapiteln. Band 3. Herausgegeben vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. Berlin 1996, S. 261 bis 368. Zusätzlich fertigte Sylvia Wolff eine didaktische Handreichung zum Thema an, die an alle Schulen im Land Brandenburg verteilt und in der Lehrerfortbildung eingesetzt wurde.
Im Buchmagazin Zittau

 

 


1995 zogen Geschäftsstelle, Archiv und Bibliothek nach Neu Zittau um, das verkehrsgünstig im Spreetal an der südöstlichen Stadtgrenze Berlins liegt. Dort steht dauerhaft genügend Nutzfläche für die wachsenden Bibliotheks- und Archivbestände zur Verfügung und unsere Besucher und Nutzer haben dort gute Arbeitsmöglichkeiten.