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Geschichte
Unmittelbar nach der
Gründung des POSOPA e.V. begannen wir damit, Bücher aus Ost-Berliner
Bibliotheken, die vernichtet werden sollten, um Platz für die Literatur
aus der Bundesrepublik zu schaffen, vor den Papiermühlen und Abfallhalden
zu bewahren. Wir sammelten vor allem Titel zur Geschichte des 19. und
20. Jahrhunderts, zu Soziologie, Pädagogik, Politik und Zeitgeschehen,
Kultur- und Sozialgeschichte.
Von
der Urania erwarben wir einen beträchtlichen Bestand und es gelang
uns eine stattliche Sammlung von etwa 4000 (Auto-) Biographien zusammenzutragen.
Hinzu kamen Zeitschriften und Bücher aus Privatbesitz, gespendet
vor allem von den Gründungsmitgliedern des POSOPA e.V. Inzwischen
umfasst die Bibliothek etwa 30.000 Bände, circa 600 Zeitschriftentitel
und ein Forschungsarchiv von ungefähr 60 lfm.
Neben
den gängigen geschichts- und politikwissenschaftlichen, pädagogischen
und soziologischen Fachzeitschriften beinhaltet der Zeitschriftenbestand
auch einige Schmankerl wie z.B. die vollständigen Jahrgänge
des vom West-Berliner Landesjugendring herausgegebenen Blickpunkt,
einer Jugendzeitschrift, die des öfteren politische Schlagzeilen
machte und weit über das Jugendverbandsspektrum hinaus wirkte. Mithilfe
zweier in ABM angestellter Bibliothekskräfte konnten rasch etwa 6000
Titel, vorwiegend der Teilbestand Jugend der Bibliothek in
einer elektronischen Datenbank verzeichnet werden.
Bisher produzierte
der POSOPA e.V. fünf Bücher
und sechs Ausgaben der Zeitschrift interventionen.
Hätten wir bessere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden, wären
es noch mehr geworden. Alle Publikationen waren Zuschussgeschäfte
und hätten ohne die Spenden der Mitglieder und ihr ehrenamtliches
Engagement nicht produziert werden können.
Im
Auftrag des Bildungsministeriums des Landes Brandenburg führte der
POSOPA e.V. 1992 bis 1994 das Forschungsprojekt Lernziel Völkerfreundschaft
und Solidarität DDR-spezifische Sozialisation und interkultureller
Aufgeschlossenheit oder ritualisierte Form, Vorurteile zu konservieren
durch. Unter der Leitung von Roland Gröschel untersuchten die wissenschaftlichen
Mitarbeiterinnen Frauke Bollow, Sonja Miltenberger, Eva Schäfer und
Syvia Wolff sowie Felix Mühlberg (zeitweise) und die studentische
Mitarbeiterin Angelika Lietzmann, welche interkulturellen Erfahrungen
fünf DDR-Jugendgenerationen seit 1945 gemacht haben. Dafür interviewten
sie zahlreiche (ehemalige) Mitglieder der FDJ und Mitwirkende in der evangelischen
Jugendarbeit und führten Archivrecherchen durch.
Die
Ergebnisse des Forschungsberichts wurden veröffentlicht in: Freundschaft.
Die Volksbildung der DDR in ausgewählten Kapiteln. Band 3. Herausgegeben
vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg.
Berlin 1996, S. 261 bis 368. Zusätzlich fertigte Sylvia Wolff eine
didaktische Handreichung
zum Thema an, die an alle Schulen im Land Brandenburg verteilt und in
der Lehrerfortbildung eingesetzt wurde.
1995 zogen Geschäftsstelle, Archiv und Bibliothek nach Neu Zittau
um, das verkehrsgünstig im Spreetal an der südöstlichen
Stadtgrenze Berlins liegt. Dort steht dauerhaft genügend Nutzfläche
für die wachsenden Bibliotheks- und Archivbestände zur Verfügung
und unsere Besucher und Nutzer haben dort gute Arbeitsmöglichkeiten.
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